Historie

Innerhalb von nur 52 Tagen wurde die „Peter von Seestermühe“ im Jahre 1936 für die Atlantikregatta Bermuda – Cuxhaven auf der Danziger Schiffswerft aus genietetem Stahl erbaut. Daher war ihr ursprünglicher Name „Peter von Danzig“. Das Atlantikrennen 1936 war als Zubringer-Regatta für die Olympischen Spiele geplant. Der „Peter“ wurde von einer Crew nach Kiel gesegelt. Im Schlepp ging es dann durch den Nord-Ostsee-Kanal. In Hamburg wurde das Schiff auf den amerikanischen Frachter „Capulin“ verladen. Auf dieser Huckepack-Überfahrt wurden noch die letzten Arbeiten am Schiff erledigt. Die Regatta selbst verlief nicht wie gewünscht: Der „Peter“ hing in flauen Winden fest und beendete als sechstes von neun gestarteten Booten die Regatta.

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© Tim Wright

Nach dem Zweiten Weltkrieg segelte das Schiff im Akademischen Segelverein in Kiel und wurde für Ausbildungsreisen und Hochseeregatten eingesetzt. Fast ein halbes Tausend junger Menschen erfuhr auf diesem Stahlschiff eine seemännische Ausbildung. Die Yacht überquerte über zwanzigmal den Atlantik, sie rundete Kap Horn und segelte um die Welt. Den Höhepunkt ihrer Karriere feierte die „Peter von Danzig“ 1973/74 beim „Whitebread Race“ – der Vorläufer des heutigen „Volvo Ocean Race“. Der „Peter“ war damals nicht nur die einzige deutsche Yacht, sondern auch das älteste Boot am Start. Ein Rennen für Segelyachten, rund um die Welt, in nur vier Etappen war damals ein waghalsiges Unterfangen! Dabei war doch alles so einfach. Die Ausschreibung des Rennens zum Beispiel: „Man sollte eine bestimmte Tonne östlich der Insel Wight an Steuerbord, das Kap der guten Hoffnung und Kap Hoorn an Backbord lassen. Start und Ziel war der englische Marinehafen Portsmouth“. Der „Peter“ konnte das Rennen zwar nicht gewinnen, fuhr aber auch nicht ohne Preis nach Hause. Die Teilnehmer verliehen dem deutschen Schiff, das schon damals zu den Oldtimern gehörte, den Preis „Best performance of a loosing yacht", was keinesfalls ironisch oder abschätzig gemeint war, sondern als Respekt vor der seemännischen Leistung. So hatte es H.M. Admiral Steiner gemeint, als er sagte: They are sailors, no yachtsmen. Danach verliert sich ihre Regattaspur….

Foto © Nico Krauss

Doch im Jahre 1991 übernahm dann Christoph von Reibnitz das mittlerweile stark verwahrloste Schiff. In langer, mühevoller Arbeit gab sein Eigner dem Boot neue Substanz, neuen Glanz und einen neuen Namen. Aus Aberglaube und Angst vor Rasmus` Bestrafung änderte er lediglich im Namen den Heimathafen und päppelte das Schiff wieder auf: er baute in das bis dahin motorlose Schiff den ersten Motor ein, versetzte die Aufbauten und das Teakdeck eigenhändig wieder in den Originalzustand und stellte den Salon, die Kojen, das Vorschiff und das Cockpit liebevoll wieder her. Das Flair des alten “Peter” wurde nicht nur als Ganzes erhalten, auch viele Einzelheiten zeugen stolz von seiner Geschichte. GPS, Radar und Funkeinrichtung entsprechen modernsten Anforderungen. Seit diesem Tag wird die Tradition des klassischen Segelns auf der „Peter von Seestermühe“ fortgesetzt. Die „Peter von Seestermühe“ segelt wieder dort, wo sie hingehört: Nord- und Ostsee, Nordatlantik bis zu den Lofoten und Island, und alle zwei Jahre ein Karibikreise. Dabei hat sie auch schon oft die ARC mitgefahren; - und dass sie dabei auch Preise gewinnt, das gehört zum guten Ton. Gehen Sie mit an Bord und erleben den „Peter“ bei Segeltörns in den schönsten Segelrevieren der Welt und auf Hochseeregatten hautnah! - Weitere Details zur Geschichte der "Peter von Seestermühe“ finden Sie hier